Eigenverantwortung - Schlüssel zur Freiheit

8. April 2022
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Yella

Ich denke, es ist in unseren bisherigen Beiträgen hier schon recht deutlich herausgekommen: mein Steckenpferd ist die Eigenverantwortung. 🙂

Wie ich schon mehrfach beschrieben, sind wir alle von klein auf zu Weisungsempfängern erzogen worden. Quasi schon mit der Muttermilch haben wir das Empfangen von Anweisungen und Befehlen aufgesogen, wirklich selbstständiges Denken und Handeln wurde im Keim erstickt. Obwohl sie in der Regel nur unser Bestes wollen, haben uns schon unsere Eltern zu Weisungsempfängern erzogen – sie wissen es nicht besser, da sie selbst welche sind – der Kindergarten und die Schule vollenden dann das Werk: Kleine, voll und ganz aus dem Moment heraus fühlende und handelnde Menschen werden zu Anweisungen empfangenden Personen (Persona (lat.) = Maske – die Persönlichkeit = Schutzmaske, die wir uns über unser natürliches Mensch-Sein übergestülpt haben), die nicht mehr dazu in der Lage sind, eigenständig zu entscheiden und zu handeln.

Ich selbst war auch schonmal an dem Punkt, dass ich diese ganze Sache mit der Eigenverantwortung und dem selbst entscheiden – Was will ich und was nicht? Und was davon entspringt wirklich meinem ureigenen Inneren? – so anstrengend und fordernd fand, dass in mir der Gedanke entstand „Hach… jetzt einfach mal wieder im Hamsterrad sein… so ein goldener Käfig, der mir die Grenzen vorgibt von dem, was ich darf und was nicht… dann wüsste ich wenigstens, was ich zu tun hab…“ Das war natürlich nur ein Gedanke, bei dem mir sofort selbst klar war, dass es NICHT das ist, was ich möchte, aber er brachte deutlich zum Ausdruck, wie sehr der Weisungsempfänger in mir noch aktiv war. Spannend bis nervenaufreibend ist die Entscheidung für einen Weg in die Eigenverantwortung allemal und es gibt dem Leben eine gewisse „Würze“, wenn man sich darauf einlässt und es schafft, diese Würze mit all ihren Facetten anzunehmen, sauer und bitter gehören halt auch dazu – und zwar wertfrei!

Ich für meinen Teil spüre das Thema deutlich im Bereich „selbstbestimmte Gesundheit“ – beispielsweise als ich in eine Gartenhacke fiel, mir ein Loch ins Bein stanzte und in mir das Muster von „Hiiiilfe, klassischer Fall von „rostiger Nagel eingetreten – Tetanusgefahr!!! Ahhhhhhhhh…!!!!“ ansprang. Du kannst es dir vielleicht vorstellen. 🙂 In einer solchen Situation herrschen erstmal Angst und Anspannung, sie diktieren einem die ersten Gedanken, die schnell als „Impulse“ fehlgedeutet werden können, während sie eigentlich die zugrundeliegenden Glaubenssätze aufdecken.

In meinem Kopf entstand ziemlich schnell der Gedanke „Tetanusspritze“ – so haben wir es gelernt: bei Wunden Tierbissen etc. ist das immer die erste Frage vom Arzt. Nun hatte ich, seit ich in Ungarn lebte, keinen Arzt mehr aufgesucht und außerdem war ich ja grundsätzlich gegen Impfungen. So war es eine interessante Erfahrung, wie schnell das Unterbewusstsein die wirklichen Überzeugungen hervorholt, sobald es „ernst“ wird. Als Folge davon überlegte ich gründlich, wie ich denn wirklich zum Thema Impfen stehe und machte mich zu den Hintergründen von Tetanus schlau. Ich stellte fest, dass mein Wissen um die Hintergründe zum Impfen kein Fundament hatte, sondern nur aus nachgeplapperten Phrasen bestand, kein Wunder, das Thema hatte mich bisher ja auch nicht weiter betroffen. Ich bemerkte, dass ich in einer solchen akuten Situation nicht die innere Stabilität besaß, mir die Horrorgeschichten rund um den Wundstarrkrampf „reinzuziehen“, jedoch kam ich zu dem Schluss, dass es nicht mit meiner Auffassung vom Weg in die Eigenverantwortung übereinstimmt, wenn ich mir nun einfach schnell die „Absolution“ in Form eines Piekses abhole. Ich ging also nicht zum Arzt, sondern informierte Wasser mit einer Heilfrequenz, nahm verschiedene Naturheilmittel und kümmerte mich um die Wunde. Nichtsdestotrotz durchlebte ich 14 Tage Anspannung in der Angst vor Wundstarrkrampf und ich könnte auch heute nicht sagen, ob meine Glaubenssätze bezüglich Impfung sich wirklich aufgelöst haben, wenn es wieder „ernst“ werden sollte (absurde Umstände bezüglich dieses Themas – beispielsweise der zur Zeit inszenierte Wahnsinn – sind davon ausgenommen. Hier braucht es für mein Empfinden nur eine geringe Menge gesunden Menschenverstandes, um am Fokus der Handelnden auf die Gesundheit der Bevölkerung zu zweifeln. Wobei ich auch hier ganz klar die Eigenverantwortung und Glaubensätze und damit zusammenhängenden Entscheidungen jedes Einzelnen respektiere).

Wenn ich nicht gerade aufgrund einer akuten Situation in Panik gerate, beobachte ich zum Teil recht amüsiert meine Gedanken rund um die selbstbestimmte Gesundheit. Als Kind von Heilpraktikern habe ich gelernt, dass es gegen (bzw. für) alles ein paar „Kügelchen“, Tropfen oder ähnliches gibt. Diese Überzeugung packt die Symptome jedoch nicht an der Wurzel und so gab es in mir noch sehr lange den Glauben, dass wir als Menschen auf irgendeine Art Opfer unserer Krankheiten sind. Als ich das erste Mal von Hamers germanischer Heilkunde hörte, löste dies eine regelrechte Weltbild-Erschütterung aus – dass jede sogenannte Krankheit einem Konflikt zugrunde liegen und dieser häufig sogar schon gelöst sein und die Erkrankung somit eine Heilreaktion des Körpers darstellen soll, gab mir eine völlig neue Perspektive an die Hand. Ich bin nicht Opfer meiner Krankheiten?! Welche Befreiung! In dieser Phase erlebte ich einen großen Schritt in Richtung „selbstbestimmte Gesundheit und Heilung“. Ich bin der germanischen Heilkunde als Initialzündung in die wirklich selbstbestimmte Gesundheit äußerst dankbar und ich schätze sie als eine Art Diagnose-Verfahren, im Laufe der Jahre jedoch entwickelte sich meine Sicht auf dieses Thema stetig weiter – mir fehlten beispielsweise sinnvolle Lösungsansätze für vorhandene Konflikte und eine wirkliche individuelle Entfaltung in der Lösung bei den Hamerschen Entdeckungen. So begegneten mir weitere Ansätze, die meine Sicht auf die Themen „Krankheit“ und „Gesundheit“ runder machten und mir weitere Werkzeuge an die Hand gaben. Mittlerweile empfinde ich unseren Körper als Kommunikationsinstrument, welches uns durch seine individuelle Sprache einladen möchte, bestimmte Handlungsmuster zu überdenken, zu verändern und – vor allem – anders zu fühlen. Hier habe ich selbst schon mehrfach erlebt, dass die Gründe für die Körpersymptome, und damit die Einladung an das eigene Leben, zutiefst individuell sind und nicht „per Tabelle“ über einen Kamm geschert werden können. Hier gilt es also, tief in die eigenen „Abgründe“ einzutauchen. Das erfordert häufig Mut und den Willen, wirklich hin zu schauen. Gleichzeitig dürfen wir erkennen und akzeptieren, dass wir alle immer noch Personen mit bestimmten Glaubenssätzen sind, die uns in Anspannung versetzen und die eventuell bedient werden müssen, damit wir in die Entspannung kommen können. Diese Entspannung ist für jede Heilung eine Voraussetzung, denn dann ist der Parasympathikus - der Heilnerv - aktiviert und hilft uns, zu regenerieren. Hier ist dann etwas Fingerspitzengefühl gefragt, damit man weder im Fatalismus á la „Ich mach das jetzt so weiter, schließlich sind meine Glaubenssätze so“ steckenbleibt, noch sich selbst mit überhöhten Ansprüchen in Sachen Selbst-Erforschung überfordert. Beispielsweise müsste ich aus meiner heutigen Sicht sagen, dass es durchaus legitim gewesen wäre, mir damals die Tetanus-Spritze abzuholen, denn ganz offensichtlich hatte ich dahingehend bindende Glaubenssätze und ich hätte die nächsten zwei Wochen ganz sicher entspannter verbracht, als ich es ohne die Spritze getan habe, denn ich wäre ja davon überzeugt gewesen, dass ich mit der Impfung kein Tetanus mehr bekommen kann. Andererseits war ich auch stolz, dass ich diese Angst ausgehalten und mich anderweitig um mich gekümmert habe. Hätte ich mich impfen lassen, hätte ich wahrscheinlich die Verantwortung wieder an einen „Gott in weiß“ abgegeben, denn der Arzt hätte sicher auch seinen Senf zur Wundversorgung gegeben und womöglich noch weitere Verhaltensweisen vorgegeben. Da mir die Erkenntnisse von heute damals noch nicht zur Verfügung standen, traf ich meine Entscheidungen eher unbewusst, heute würde ich mein Handlungsmotiv überprüfen – aus welchem Grund handle ich so, wie ich es gerade tue? Will ich mir etwas beweisen? Jemand anderem etwas beweisen? Ist mir etwas peinlich oder unangenehm, wenn ich es mache/nicht mache? Wo ist meine Angst grösser? Wo zieht es mich hin und warum? Wie fühle ich mich, wenn ich das tue/nicht tue? …und dann richte ich mich nach dem, was mich wirklich entspannt, auch wenn mein erlerntes Wissen vielleicht schon weiter ist, als das, was meine Glaubenssätze einfordern.

Im Nachhinein erkennt man in der Regel das Geschenk, welches intensive Erfahrungen wie meine Tetanusspritzen-Geschichte beinhalten, aber während man sich in der entsprechenden Situation befindet, kann sie sich schier unüberwindbar anfühlen. In solchen Fällen hilft es mir, mich an das folgende Gleichnis von Margaret Fishback Powers zu erinnern und daran, dass uns angeblich nur Dinge geschehen, die wir zu tragen in der Lage sind:

Eines Nachts hatte ich einen Traum:
Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn.
Vor dem dunklen Nachthimmel erstrahlten,
Streiflichtern gleich, Bilder aus meinem Leben.
Und jedes Mal sah ich zwei Fußspuren im Sand,
meine eigene und die meines Herrn.

Als das letzte Bild an meinen Augen vorübergezogen
war, blickte ich zurück. Ich erschrak, als ich entdeckte,
dass an vielen Stellen meines Lebensweges nur eine Spur
zu sehen war. Und das waren gerade die schwersten
Zeiten meines Lebens.

Besorgt fragte ich den Herrn:
"Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen, da hast du
mir versprochen, auf allen Wegen bei mir zu sein.
Aber jetzt entdecke ich, dass in den schwersten Zeiten
meines Lebens nur eine Spur im Sand zu sehen ist.
Warum hast du mich allein gelassen, als ich dich am
meisten brauchte?"

Da antwortete er:
"Mein liebes Kind, ich liebe dich und werde dich nie
allein lassen, erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten.
Dort wo du nur eine Spur gesehen hast,
da habe ich dich getragen."

In diesem Sinne ende ich für heute. Wenn du mehr über unser Leben in Ungarn erfahren möchtest, dann schau doch mal vorbei auf unserer Webseite (www.eibenheim.eu) – dort teilen wir im Blog schon viele Erfahrungen mit dir und falls du darüber hinaus das Gefühl hast, dass bei dir noch Fragen im Raum stehen, zu deren Beantwortung du dir Unterstützung von jemandem mit dem entsprechenden Wissen und der Erfahrung wünschst, dann melde dich gern bei uns! Falls du telegram hast, kannst du auch mal auf unserem Kanal „Eibenheim“ vorbeischauen – dort zeigen wir dir gerade Schritt für Schritt die Entstehung unseres Hauses, welches wir komplett selbst gebaut haben.

Yella

Unser Verein Eibenheim fördert die freudvolle Erschaffung und Gestaltung von Lebensräumen zur Entfaltung der individuellen Fähigkeiten und Talente auf allen Ebenen des Mensch-Seins.

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